30-Jähriges Bestehen der deutsch-französischen Städtepartnerschaft zwischen den Städten Ouistreham Riva-Bella und Lohr a.Main (1992-2022)

30ème anniversaire du jumelage franco-allemand entre les villes de Ouistreham Riva-Bella et Lohr a.Main (1992-2022)

Jubiläumsfeierlichkeiten währendes des verlängerten Wochenendes vom 26.-29.05.2022

Nach zwei-jähriger, pandemie-bedingter Zwangspause war es nun endlich wieder möglich, die Städtepartnerschaft mit den französischen Freundinnen und Freunden in Ouistreham Riva-Bella zu reaktivieren, gerade noch rechtzeitig zum 30-jährigen Bestehen der Städtepartnerschaft zwischen beiden Städten. In der letzten Mai-Woche machten sich deshalb ein Bus mit 55 Teilnehmern sowie eine kleine Gruppe privat Reisender auf den Weg in die Normandie. Bürgermeister Dr. Paul, Vertreter des Lohrer Stadtrates, des Jugendzentrums, der Lohrer Big Band Swinging Lohr, Mitglieder des Partnerschaftsvereins sowie interessierte Bürger der Stadt bildeten eine bunte Mischung der Abordnung aus Lohr, die an Christi Himmelfahrt, abends gegen 18:30 Uhr in Ouistreham ankam.

In der Grange aux Dîmes (Zehntscheune) wurden die Lohrer Gäste schon sehnsüchtig erwartet und mit Getränken und einem Imbiss herzlich willkommen geheißen. Deutlich spürbar war die Freude darüber, sich nach so langer Pause nun endlich auch wieder persönlich treffen und miteinander reden zu können. Vorbei die Zeiten notwendiger, digitaler Hilfestellungen.

Das Programm, welches die Freunde des französischen Partnerschaftskomitees und der Stadt Ouistreham auf die Beine gestellt haben, war reich an verschiedensten Höhepunkten. Am Tag nach der Ankunft wurden am Nachmittag bei traumhaftem Wetter der Leuchtturm am Hafen besichtigt. Es bot sich den Teilnehmern bei ungetrübter Fernsicht ein einmaliger Blick über die zu Füßen liegende Stadt, das Meer, den Kanal nach Caen sowie das im Mündungsgebiet der Orne liegende Naturschutzgebiet.

Eingeteilt in vier Gruppen schloss sich bei ruhiger See eine 45-minütige Fahrt mit dem Seenotrettungskreuzer an. Anschließend ging es auf eine 1,5-stündige Wanderung durch das ausgewiesene Naturschutzgebiet, welches sich auf einer Landzunge zwischen der Mündung der Orne, dem Kanal nach Caen und der Orne selbst befindet. Neben der vielfältigen, teils seltenen Flora und Fauna sowie den erhellenden Erläuterungen einer in Caen lebenden deutschen Begleitung ist der Tidehub ein immer wieder kehrendes Schauspiel, das den Charakter dieses Gebietes praktisch stündlich verändert.

Am späten Nachmittag hieß es dann, den Rausch der faszinierenden Bilder und Eindrücke, nicht einzutauschen aber anzureichern mit einem musikalischen Leckerbissen der besonderen Art. Im „Le Pavillon“, dem ehemaligen Centre Socio-Culturel hatten sich Musiker der Bigband Swinging Lohr und Musiker der Ouistrehamer Bigband zusammengefunden, um den Gästen ein Potpourri musikalischer Evergreens darzubieten. Der Beifall, des zugegebenermaßen nicht ganz so zahlreich vertretenen Publikums war Beleg für einen Kunstgenuss höchster musikalischer Qualität.

Die Freunde aus Ouistreham ließen kaum Zeit zum Verschnaufen, denn sie und der Bürgermeister Romain Bail hatten für 20:00 Uhr zum Festakt in den Festsaal des Casinos geladen. Bürgermeister Bail eröffnete den Abend und überraschte mit einer zweisprachig gehaltenen Rede. Sowohl er als auch Bürgermeister Dr. Paul hoben die Verdienste der Gründer der Städtepartnerschaft hervor, die in er Überzeugung sowie im festen Glauben an ein ausgesöhntes und geeintes Europa diese Beziehung gewagt haben. Betont wurde angesichts der aktuellen Ereignisse in der Ukraine umso mehr deren Wichtigkeit verbunden mit dem gegenseitigen Dank an die aktuellen Vertreter beider Städte, die dieses Erbe bis heute mit viel Engagement und Freude verantwortungsvoll fortführen. Neben der Darreichung lokaler Spezialitäten wurde der Abend umrahmt von einem Gesangs-Trio, welches französischen Chansons gepaart mit Liedern der jüngeren Vergangenheit kunstvoll und äußerst charmant dargeboten hat. Ein äußerst kurzweiliger Tag ging erst deutlich nach Mitternacht zu Ende.

Tag zwei in Ouistreham führte am frühen Morgen hinaus aus der Stadt in den Südwesten der Stadt Caen auf einen kleinen Gutshof namens „La Ferme du Loterot“ in der Nähe von Cahagnes. Einst in der Herstellung von Calvados auf Basis von Cidre zu verorten, hat sich hier mittlerweile ein auf Familien, Schulklassen und Großgruppen zugeschnittenes Beherbergungskonzept entwickelt, welches sportliche Aktivitäten mit der Wissensvermittlung in Bezug auf die Herstellung des Calvados sowie die geschichtlichen Hintergründe der Region (Tapisserie de Bayeux) spielerisch verbindet. So wurde zunächst einmal Frisbee- und Fußball Golf gespielt und anschließend im kühlen Keller der Herstellungsprozess des Calvados gelernt, bevor man abschließend auf eine Reise in die ältere und jüngere Geschichte der Normandie mitgenommen wurde. Ein vorbereitetes Picknick rundete den dreistündigen Besuch bei bestem Wetter ab.

Danach startete der Bus in Richtung Caen, wo die deutschen Gäste am Schloss von zwei Stadtführern begrüßt wurden, die auf dem Weg zu Benediktinerabtei, aufgeteilt in zwei Gruppen durch die Historie und die baulichen Entwicklungsstile der Stadt Caen führten. Bei strahlendem Sonnenschein präsentierte sich Caen dabei von seiner besten Seite und gewährte beispielsweise Einblicke in Innenhöfe, wo biblische Motive völlig unerwartet neuen Interpretationen zugeführt wurden. Ganz nebenbei wurden in verschiedensten Gesprächen Biografien ausgetauscht, die hie und da völlig überraschend, gemeinsame Wurzeln zum Vorschein kommen ließen, was wiederrum der guten Stimmung zusätzlich zu Gute kam.

Der Nachmittag klang in Caen bei einem Kaffee oder einem Kaltgetränk aus, bevor es dann mit dem Bus nach Ouistreham zurückging.

Dem Nachmittag folgte der Abend der Partnerschaftsvereine im Restaurant „Le Costa“. Bei einem Stehempfang sowie einem anschließenden Drei-Gänge-Menü wurden die gegenseitigen Bemühungen um den Erhalt und den Ausbau der Städtepartnerschaft gewürdigt. Die vielen persönlichen und freundschaftlichen Beziehungen, aber auch das Engagement in den einzelnen Funktionen beider Vereine unter gleichzeitiger Hervorhebung der besonderen Bedeutung, angesichts der aktuellen Entwicklungen in Europa waren zentrale Themen in den Reden der beiden Vorsitzenden. Wolfgang Weis dankte Christel Le Moal und ihren Mitstreitern für ein überragendes Programm und zwei tolle Tage in Ouistreham Riva-Bella, bevor dann allen voran Didier Conflant, unterstützt von Mukundi Hartmann und Frank Duckstein musikalische Akzente setzte, die bei dem ein oder anderen wohl auf Jahre hinaus unvergessen bleiben werden.

Die Städtepartnerschaft zwischen Ouistreham und Lohr ist mit ihren 30 Jahren im besten Alter und hat sicher noch gute Jahre vor sich. Auch wenn nicht mehr nur jugendlich und ungestüm, so dennoch wahnsinnig lebendig und fröhlich, im gesetzteren Alter eben.

So ist es mit dieser Städtepartnerschaft ebenso wie mit einem guten französischen Käse oder einem Rotwein:

Mit zunehmender Reife gewinnt alles besonders an Einem …… nämlich an Qualität!

Autor: Volker Kirsch

 

Célébration de l'anniversaire pendant le week-end prolongé du 26 au 29.05.2022

Après une pause forcée de deux ans due à la pandémie, il a enfin été possible de réactiver le jumelage avec les amies et amis français de Ouistreham Riva-Bella, juste à temps pour le 30ème anniversaire du jumelage entre les deux villes. La dernière semaine de mai, un bus avec 55 participants ainsi qu'un petit groupe de voyageurs privés se sont donc mis en route pour la Normandie. Paul, des représentants du conseil municipal de Lohr, du centre de jeunesse, du Lohrer Big Band Swinging Lohr, des membres de l'association de jumelage ainsi que des citoyens intéressés de la ville formaient un groupe hétéroclite de la délégation de Lohr qui est arrivée à Ouistreham le soir de l'Ascension, vers 18h30.

Dans la Grange aux Dîmes, les invités de Lohr étaient attendus avec impatience et chaleureusement accueillis avec des boissons et une collation. La joie de pouvoir enfin se rencontrer et se parler en personne après une si longue pause était clairement perceptible. Fini le temps de l'assistance numérique nécessaire.

Le programme mis en place par les amis du comité de jumelage français et la ville de Ouistreham était riche en moments forts les plus divers. Le lendemain de l'arrivée, l'après-midi a été consacré à la visite du phare du port par un temps magnifique. Les participants ont pu profiter d'une vue imprenable sur la ville, la mer, le canal de Caen et la réserve naturelle de l'estuaire de l'Orne.



Répartis en quatre groupes, les participants ont ensuite effectué une croisière de 45 minutes à bord du croiseur de sauvetage en mer, par mer calme. Ensuite, les participants se sont lancés dans une randonnée d'une heure et demie à travers la réserve naturelle désignée, qui se trouve sur une langue de terre entre l'embouchure de l'Orne, le canal de Caen et l'Orne elle-même. Outre la flore et la faune variées, parfois rares, et les explications éclairantes d'une accompagnatrice allemande vivant à Caen, le spectacle récurrent de l'amplitude des marées change pratiquement d'heure en heure le caractère de cette zone.

En fin d'après-midi, il ne s'agissait pas d'échanger l'ivresse des images et des impressions fascinantes, mais de les enrichir d'un régal musical d'un genre particulier. Dans "Le Pavillon", l'ancien Centre Socio-Culturel, des musiciens du Bigband Swinging Lohr et des musiciens du Bigband de Ouistreham s'étaient réunis pour offrir aux invités un pot-pourri d'evergreens musicaux. Les applaudissements d'un public, il est vrai peu nombreux, ont témoigné d'un plaisir artistique de grande qualité musicale.


Les amis de Ouistreham n'ont pas laissé le temps de souffler, car ils avaient convié le maire Romain Bail et eux-mêmes à une cérémonie dans la salle des fêtes du casino à 20 heures. Le maire Bail a ouvert la soirée et a surpris tout le monde avec un discours bilingue. Paul ont tous deux souligné les mérites des fondateurs du jumelage, qui ont osé cette relation dans la conviction et la foi en une Europe réconciliée et unie. Au vu des événements actuels en Ukraine, l'importance de ce jumelage a été d'autant plus soulignée et des remerciements ont été adressés aux représentants actuels des deux villes, qui perpétuent aujourd'hui encore cet héritage avec beaucoup d'engagement et de joie. Outre la présentation de spécialités locales, la soirée a été encadrée par un trio de chanteurs qui a interprété avec art et beaucoup de charme des chansons françaises associées à des chansons du passé récent. Cette journée très divertissante s'est terminée bien après minuit.



Le deuxième jour à Ouistreham a permis de quitter la ville tôt le matin pour se rendre au sud-ouest de la ville de Caen, dans un petit domaine appelé "La Ferme du Loterot", près de Cahagnes. Autrefois dédiée à la production de calvados à base de cidre, elle a développé un concept d'hébergement adapté aux familles, aux classes et aux grands groupes, qui allie de manière ludique activités sportives et transmission de connaissances sur la production du calvados et l'histoire de la région (Tapisserie de Bayeux). Ainsi, les participants ont d'abord joué au frisbee et au football-golf, puis ont appris le processus de fabrication du calvados dans la fraîcheur de la cave, avant de terminer par un voyage dans l'histoire ancienne et récente de la Normandie. Un pique-nique préparé à l'avance a clôturé cette visite de trois heures par un temps magnifique.



Le bus a ensuite pris la direction de Caen, où les invités allemands ont été accueillis au château par deux guides qui, en route vers l'abbaye bénédictine, les ont guidés à travers l'histoire et les styles de développement architectural de la ville de Caen, répartis en deux groupes. Sous un soleil radieux, Caen s'est présentée sous son meilleur jour, offrant par exemple un aperçu des cours intérieures, où les motifs bibliques ont été réinterprétés de manière tout à fait inattendue. Par ailleurs, des biographies ont été échangées au cours de diverses conversations, faisant apparaître ici et là, de manière tout à fait surprenante, des racines communes, ce qui a encore une fois contribué à la bonne ambiance.

L'après-midi s'est terminé à Caen autour d'un café ou d'une boisson fraîche, avant le retour en bus vers Ouistreham.


L'après-midi a été suivi par la soirée des associations de jumelage au restaurant "Le Costa". Lors d'une réception debout suivie d'un repas à trois plats, les efforts réciproques pour maintenir et développer le jumelage ont été appréciés. Les nombreuses relations personnelles et amicales, mais aussi l'engagement dans les différentes fonctions des deux associations, tout en soulignant leur importance particulière au vu des développements actuels en Europe, ont été les thèmes centraux des discours des deux présidents. Wolfgang Weis a remercié Christel Le Moal et ses collègues pour le programme exceptionnel et les deux journées formidables à Ouistreham Riva-Bella, avant que Didier Conflant, soutenu par Mukundi Hartmann et Frank Duckstein, ne donne des accents musicaux qui resteront sans doute inoubliables pour les uns et les autres pendant des années.


Avec ses 30 ans, le jumelage entre Ouistreham et Lohr est dans la force de l'âge et a certainement encore de belles années devant lui. Même s'il n'est plus seulement jeune et fougueux, il est encore follement vivant et joyeux, à un âge plus avancé.


Il en va de ce jumelage comme d'un bon fromage français ou d'un vin rouge :

En vieillissant, tout gagne en qualité, en particulier sur ...... !

Auteur : Volker Kirsch



Führung durch den Hafen     
Foto: Volker Kirsch

Weithin sichtbar, der Leuchtturm    
Foto: Peter Drexler

Ouistreham betrachtetaus luftiger Höhe vom Leuchtturm  
Foto: Volker Kirsch

Naturschutzgebiet bei Ebbe     
Foto: Volker Kirsch

Bereit für eine Probefahrt mit dem Seenotkreuzer  
Foto: Volker Kirsch

Ein Besuch in Caen, der Partnerstadt von Würzburg
Foto: Frank Duckstein